Konflikt und Trauma: Warum alte Wunden in aktuellen Konflikten wieder aufbrechen
Konflikte gehören zum Leben. Ob in Partnerschaften, Familien, im Berufsalltag oder im inneren Erleben – Spannungen und Meinungsverschiedenheiten sind unvermeidlich. Doch während manche Konflikte konstruktiv gelöst werden können, eskalieren andere scheinbar grundlos oder hinterlassen tiefe emotionale Spuren. Ein wichtiger, oft übersehener Faktor dabei ist Trauma.
Konflikte und Traumata sind keine reine Sache des emotionalen Erlebens, denn sie können sich körperlich manifestieren und zu unterschiedlichsten Beschwerden, oder Krankheiten führen.
Wenn Konflikte mehr sind als Meinungsverschiedenheiten
Nicht jeder Konflikt ist gleich. Manche Auseinandersetzungen fühlen sich überwältigend, bedrohlich oder existenziell an. Betroffene reagieren dann vielleicht mit Rückzug, Erstarrung, Wut oder emotionaler Überflutung. Solche Konflikte haben das Potential körperliche Beschwerden, oder Erkrankungen zu verursachen.
Traumatische Erlebnisse, etwa emotionale Vernachlässigung, Gewalt, Verlust oder chronischer Stress, können das Nervensystem nachhaltig prägen. In späteren Konflikten wird dann nicht nur das Hier und Jetzt aktiviert, sondern auch das Damals und auch der Körper wird in den betroffenen Geweben immer wieder aktiviert.
Trauma wirkt im Nervensystem – nicht im „Willen“
Ein zentrales Missverständnis ist die Annahme, traumabezogene Reaktionen seien kontrollierbar oder rational steuerbar. Tatsächlich reagiert das Nervensystem bei Triggern automatisch. Der Körper schaltet in Überlebensmodi wie Kampf, Flucht oder Erstarrung – oft schneller, als der Verstand folgen kann.
In Konflikten zeigt sich das zum Beispiel durch:
+ erhöhte körperliche Anspannung
+ extreme emotionale Reaktionen
+ übermäßige Anpassung, oder Rückzug
+ aggressive oder impulsive Ausbrüche
+ Blackouts oder Sprachlosigkeit
Diese Reaktionen sind keine „Schwäche“, sondern erlernte Schutzmechanismen.
Die Rolle der Traumatherapie bei Konflikten
Traumatherapie setzt genau hier an. Sie zielt nicht primär darauf ab, Konflikte „richtig zu lösen“, sondern darauf, innere Sicherheit wiederherzustellen. Erst wenn das Nervensystem reguliert ist, werden echte Kommunikation und neue Handlungsspielräume möglich.
Traumatherapeutische Arbeit kann helfen:
+ Trigger in Konflikten zu erkennen und zu verstehen
+ körperliche Stressreaktionen zu regulieren
+ zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden
+ Schutzmechanismen zu verstehen und zu lösen
+ neue gesündere Erfahrungen zu machen
Vom Reagieren zum bewussten Handeln
Ein wichtiger Schritt in der Arbeit mit Konflikt und Trauma ist das Entwickeln von Selbstwahrnehmung und Mitgefühl für die eigenen Reaktionen. Statt sich für „zu viel“ oder „zu sensibel“ zu halten, entsteht ein neues Verständnis: Meine Reaktion ergibt Sinn – sie hat eine Geschichte.
Dieses Verständnis eröffnet die Möglichkeit, Konflikte nicht mehr nur als Bedrohung zu erleben, sondern als Chance für Wachstum, Heilung und Beziehung auf einer tieferen Ebene.
Fazit
Konflikte sind oft die Bühne, auf der unverarbeitete Traumata sichtbar werden. Traumatherapie kann dabei unterstützen, diese Dynamiken zu erkennen und zu verändern. Sie schafft die Grundlage dafür, dass Konflikte nicht länger alte Wunden aufreißen müssen, sondern zu Orten von Klarheit, Verbindung und Entwicklung werden können.
Ich habe die Konflikt und Trauma Therapie in meine Arbeit integriert aus der Erkenntnis heraus, dass es sich bei chronischen Beschwerden häufig um alte körperlich manifestierte Traumata handelt. Die alleine durch Körperarbeit nur schwer aufzulösen sind. Die Konflikt und Trauma Therapie kann in die osteopathische Arbeit integriert werden, aber auch für sich alleine stehen. Die Konflikt und Traumatherapie ist auch als online Termin möglich.
Für weitere Informationen senden Sie bei Interesse gerne eine Email an info@tamara-therapie.de
