Nicht jedes dicke bein ist eine phlegmone

Heute gibt es mal einen Beitrag im Zusammenhang mit Pferden, für meine lieben Reiter bzw. Pferde Kunden. Du weißt vielleicht, das ich auch ausgebildete Physiotherapeutin und Osteopathin für Pferde bin. Auf diesen Weg gebracht hat mich meine Stute Daisy, auf Grund von besonderen Bedürfnissen mit denen ich sie gekauft habe. Aber darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Auf Grund der letzten Wochen ist es mir ein Anliegen mal über die Phlegmone zu schreiben.

Daisy ist in einen Offenstall umgezogen, Pferde die in einem Herdeverband leben, haben sich in eine Rangordnung einzufügen, bis diese geklärt ist kann einige Zeit vergehen und auch Verletzungen können entstehen. Denn Pferde untereinander sind nicht gerade zimperlich. Hätte ich in den letzten Wochen bei jeder Verletzung und jedem dicken Bein einen Tierarzt gerufen, hätte mein Konto wahrscheinlich ein großes Loch. Natürlich bin ich dank meiner vielen Ausbildungen im human und veterinär Medizinbereich gesegnet mit viel Wissen, kann die Dinge einschätzen und Verantwortung für meine Entscheidungen übernehmen.

Diesen Beitrag schreibe ich für Dich, das Du vielleicht in Zukunft ein wenig mehr Sicherheit im Umgang mit „dicken Beinen“ entwickelst. 😊

Was ist eine Phlegmone?

Eine Phlegmone, oder Einschuss wie sie in der Pferdewelt häufig auch genannt wird stellt eine Entzündung des Unterhautgewebes dar, die meist durch das Eindringen von Streptokokken, oder Staphylokokken verursacht wird. Das bedeutet zunächst mal, die Entstehung einer Phlegmone braucht eine geschädigte Hautbarriere in Form einer Verletzung, oder Mauke. Aber selbst wenn eine Verletzung vorhanden ist, ist nicht jedes dicke Bein gleich eine Phlegmone. Phlegmonen gibt es im übrigen auch beim Menschen. Hier wird dann Umgangssprachlich von einer Wundrose, was medizinisch nicht ganz korrekt ist, gesprochen. Bei der Wundrose handelt es sich um eine Erysipel, die oberen Hautschichten sind betroffen, eine Phlegmone geht auch in tiefere Gewebsschichten. Durch das Fell des Pferdes ist es leider nicht möglich zu erkennen, ob es sich bei der bestehenden Schwellung um die Reaktion auf eine Prellung und oder Hämatom handelt, oder eben wirklich um eine bakterielle Infektion.

Symptome einer Phlegmone beim Pferd

Die Symptome eines Eischusses beim Pferd sind

  • Schwellung
  • Erwärmung
  • Lahmheit
  • Fieber/ erhöhte Temperatur (!)
  • Fressunlust (!)
  • verschlechterter Allgemeinzustand (!)

Sichere und unsichere Symptome

Sichere Zeichen für eine Phlegmone stellen nur die letzten drei Punkte dar, die vorherigen können auch im Rahmen von anderen Verletzungen auftreten. Bestehen blutende Wunden, z.B. nach einem Tritt, oder Sturz ist es wahrscheinlich, das die Schwellung und Erwärmung durch die mechanische Einwirkung entstanden ist, denn solange Wunden bluten, oder nässen haben Bakterien kaum eine Chance sich zu vermehren und in das Gewebe einzudringen. Besteht eine Mauke muss diese zuverlässig täglich gereinigt und behandelt werden, bestenfalls nicht nur von Außen sondern auch von innen. Gerade in Zeiten in denen das Immunsystem der Pferde gefordert ist, ist das Risiko für die Entstehung von Mauke hoch. 😒 Wir kämpfen auch grad noch..

Fazit

Ist dein Pferd gestürzt, oder hat es einen Tritt abbekommen in Verbindung mit einer größeren blutenden Wund, ist das Risiko für einen Einschuss gering. Sorge mit den dir bekannten Möglichkeiten dafür das der Bluterguss und die Schwellung zurück gehen, bewege dein Pferd, ohne es zu belasten. Denn Bewegung ist wichtig für den Stoffwechsel im betroffenen Bereich. Steht dein Pferd jedoch plötzlich, ohne erkennbaren Grund mit einem massiv geschwollenen Bein da, ist im Wesen verändert und hat Fieber, dann führt kein Weg an einem schnellen Besuch des Tierarztes vorbei.

Ich hoffe ich konnte dir mit meinem Beitrag ein wenig Klarheit verschaffen in Bezug auf diesen Themenkomplex und beim nächsten dicken Bein weißt du welche Faktoren du berücksichtigen solltest.

Phlegmone Pferd
Dickes Bein Pferd
Phlegmone Erysipel
Bewegen ohne zu belasten.
Ein Spaziergang tut immer gut. Natürlich nur so lange das Pferd im Schritt nicht lahm geht.

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